Verhaltensmaßnahmen bei Gebärmuttersenkung

Gebärmuttersenkung nach der Geburt

 

Gebärmuttersenkungen nach der Geburt gibt es leider.

Es muß nicht immer erst eine Spätfolge von irgend etwas sein. Manche Frauen haben das leider schon gleich nach der Geburt, weil das Gewebe zu weich ist und innen die Aufhängung nicht stabil genug ist.

Die gute Nachricht ist, dass das wieder weg gehen kann, wenn sich mit der Zeit im Inneren das Gewebe gestrafft hat und die Haltebänder, der Scheidenschlauch und der Beckenboden wieder fester geworden sind.

Wie sich die Symptome anfühlen können, findest du hier.

Eine Senkung der Gebärmutter kommt von innen und kann nicht immer durch die Muskeln des Beckenbodens abgefangen werden. Wenn die Halterung/Befestigung der Gebärmutter nicht ausreicht, um sie an Ort und Stelle zu halten, kann das ein guter Beckenboden vielleicht ein bißchen ausgleichen, aber die Haltebänder und das Gewebe im Inneren kann man mit Muskelübungen nicht wirklich erreichen. Trotzdem ist es wichtig Übungen zu machen, damit all die Muskeln außen herum Stabilität geben und das weiche Gewebe so unterstützen können.

 

Die Regeneration einer Gebärmuttersenkung kann ein Weilchen dauern, weil die ganzen Rückbildungsvorgänge einfach viel Zeit brauchen und die Hormonlage oft erst 6 Monate nach dem Abstillen wieder einigermaßen normal ist.

Also nicht verzagen. Ich kenne einige Frauen, bei denen das wieder gut geworden ist. Auch nach dem zweiten und dritten Kind noch.

 

Umso wichtiger ist es, sich richtig zu verhalten und dem Becken-Bauchsystem genug Entlastung zu geben. Genauso wichtig ist es, sich eine gute Beckenboden-Physiotherapeutin zu suchen, die die richtigen Übungen genau auf deine Situation abstimmt. 

Wie bei allem gibt es auch hier keine eine Lösung für alle. Da muß immer erst ein Befund gemacht werden, damit man als Physio die Lage auch einschätzen kann. Danach können wir erst sagen, was für jede einzelne Patientin das Richtige an Übungen ist.

 

Dennoch gibt es ein paar allgemein gültige Verhaltensregeln, die man einhalten sollte, um die Gebärmutter und das Gewebe zu schonen und um Schlimmeres zu vermeiden.

Die Situation ist unangenehm. Keine Frage. Und es bedarf einiger Organisation, damit man nicht lauter schwere Sachen rumschleppt. Aber es geht nicht anders und lohnt sich immer am Ende.

Während der Rückbildungszeit ist im Inneren so und so alles ein bißchen instabil. Wenn dann noch eine Senkung vorliegt, muß man einfach noch ein bißchen mehr aufpassen.

 

 

  1. Die allererste Maßnahme ist, alles durch einen Urogynäkologen abklären zu lassen und nicht alleine versuchen "rumzuwurschteln". Und sich danach dann eine Physiotherapeutin suchen, die sich auskennt. Sowas kann man nicht mit Youtube Videos regeln. Lieber frühzeitig alles durchchecken lassen, als sich monatelang wundern, was denn da nicht stimmt. Therapeutenlisten findest du hier.
  2. Nicht mehr als 5kg tragen. Das heißt das Gewicht des Babys reicht. Kein Baby im Maxicosi tragen (Maxicosis sind wahnsinnig schwer), kein Kinderwagen rumschleppen, keine Einkaufstüten, kein 10 Kilo Kind den ganzen Tag am Körper tragen und noch dabei "arbeiten" und die Wäsche und den Haushalt etc. machen ! Wer eine Gebärmuttersenkung hat, muß ganz arg aufpassen, dass kein Gewicht von oben die Gebärmutter noch weiter nach unten drückt. Auf Dauer kann das nämlich dazu führen, dass die Gebärmutter den Körper verlässt und unten raus rutscht. Und das ist dann nicht mehr lustig und jenseits der Reparaturmöglichkeiten. Wer viel alleine machen muß, der sollte sich eine "Trage-Strategie" entwickeln. Sachen nacheinander tragen und nicht alles auf einmal. Erst das Baby und dann den Maxicosi aus dem Auto ins Haus. Den Kinderwagen benutzen und kein Tragetuch. Immer nur eine Tüte tragen und nicht in jeder Hand und noch auf dem Rücken eine Last. Und so weiter.
  3. Keine Übungen machen, die Druck auf Bauch und Beckenboden machen. Das sind Übungen wie Situps, Crunches, Planks, Klappmesser und leider ganz viele klassische Rückbildungs- oder auch Pilates-Übungen. Das selbe gilt für das Training mit Gewichten, Fitness Studio, Joggen oder Reiten. Alles, was Druck nach unten macht oder Hüpfen und Springen beinhaltet, lockert den eh schon eingeschränkten Halt der Gebärmutter noch mehr.
  4. Generell keinen Pressdruck auf den Beckenboden ausüben. All die oben genannten Tätigkeiten machen nicht nur Druck auf dem Bauch, sondern auch auf dem Beckenboden. Zusätzlich macht eine schlechte Verdauung und Blähungen Druck auf dem Bauch und dem Beckenboden und kann so eine Gebärmuttersenkung verschlimmern. Wichtig ist es, so gut es geht, den Stuhlgang weich zu halten und so wenig wie möglich blähende Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Pressen beim Stuhlgang sollte vermieden werden. Am besten man stellt die Beine, wenn man auf der Toilette sitzt, auf einen Toilettenhocker (siehe Link unten). Dadurch ist der  sogenannte anorektale Winkel gerade und der Inhalt kann viel besser heraus flutschen. Vorsicht bei Flohsamen Einnahme, das kann zu schlimmen Verstopfungen führen bis hin zum Darmverschluss, wenn man nicht extrem viel Wasser dazu trinkt. Und ich meine EXTREM viel. Besser zur Verdauungsanregung sind Lactobazillen wie bei einer Darmsanierung (siehe Link unten) oder Ananas, Birnen, Magnesium. Ich würde auch nicht so viele Körner essen, denn die erschweren die Verdauung ganz oft. Reis mit gedünstetem Gemüse ist immer gut.
  5. Nur alle 2 Tage 3x 10 maximale Beckenbodenanspannungen durchführen. Viel hilft nicht immer viel. Es reicht aus, wenn man die maximalen Anspannungen nur alle 2 Tage macht. Mehr ist zu viel. Es gibt ja noch andere Arten zu trainieren. Am besten man macht das auch in allen möglichen Positionen. Stehen, Sitzen, Liegen. Aber wie gesagt nur 3x10 Stück. Das heißt Beckenboden anspannen so fest es geht. Nach 10x eine kurze Pause und dann wiederholen. Bitte niemals auf der Toilette üben. Da muß es laufen. Den Harnstrahl anhalten als Übung macht man nicht. Das bringt den Reflexmechanismus der Blase durcheinander. Auf der Toilette muß locker gelassen werden. Als Hinweis, wo denn der Beckenboden überhaupt ist, kann man anspannen "wie Pipi anhalten" oder sich vorstellen "die Öffnungen zu verschließen" und "unten dicht machen", aber eben nur im Trockenen und nicht auf der Toilette.
  6. An den anderen Tagen andere Stabilisierungs-Übungen machen. Zum Beispiel Squats, Lunges, Abduktoren, Adduktoren und Rücken. Bilder mit Übungen findest du hier
  7. Umkehrhaltungen einnehmen jeden Tag. Bilder findest du weiter unten. "Antischwerkraft" zur Entlastung der Haltebänder und des Beckenbodens.
  8. Anstrengende Tätigkeiten mit der Ausatmung machen. Wenn man bei Anstrengung ausatmet, entsteht viel weniger Pressdruck auf dem Bauch und dem Beckenboden. Das ist sicherer und weniger anstrengend.
  9. Haltung und Bodymechanik korrigieren. Siehe Video unten. Bei einer aufrechten, stabilen Körperhaltung ist auch die Position der Gebärmutter im Becken eine bessere. Eine gute Körperhaltung sollte man auch bei Arbeiten im Alltag versuchen einzubehalten. Das heißt zum Beispiel in die Knie gehen beim Aufheben und nicht nach vorne runter beugen. Oder, dass man Dinge, die man aufhebt, so nah wie möglich an den Körper ran holt.
  10. Über die Seite aufstehen, um den Druck nach unten zu verringern. Nicht mit einer Situp-artigen Bewegung aufstehen. 

 

Umkehrpositionen und Entlastungshaltungen einnehmen so oft es geht

Umkehrpositionen sind alle Positionen, die GEGEN die Schwerkraft wirken.

So kann man sich zum Beispiel gemütlich auf den Rücken legen, 1-2 große Kissen unter den Po polstern, so dass das Becken erhöht ist. Oder in Bauchlage 1-2 Kissen unter den Bauch und das Becken polstern, so dass auch hier das Becken erhöht ist und die Gebärmutter nach vorne "hoch" rutschen kann. Das entspannt nicht nur die Gebärmutter und ihre Bänder, sondern auch die Blase und den gesamten Beckenboden.

Verhalten im Alltag nach der Geburt

Beckenbodenübungen

Die Videos in Originallänge findest du im Onlinekurs "Rückbildung mit Rektusdiastse".


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Hi, ich bin die Nicole. Ich bin seit 25 Jahren Physiotherapeutin und habe viele Jahre auf der Wochenstation und auf der gynäkologischen Station in der Frauenklinik gearbeitet. Von mir bekommst Du Informationen zum "Thema" aus erster Hand. 

Rückbildung vom ersten Tag an, im Rückbildungskurs, in der Praxis mit Patienten und leider auch oft die Spätfolgen von Beckenbodenschwächen (und was es sonst noch alles geben kann)  in der operativen Gynäkologie, kenne ich in und auswendig. 

Bei mir bist Du richtig, wenn Du reale medizinische Informationen zum Thema Rückbildung und Frauengesundheit suchst. Mehr über mich findest Du hier.

 

 

 

 

 

 

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