Reiten nach der Geburt

 

 

Auch, wenn das wie eine ganz einfache Sache scheint, ist es das doch nicht ganz.

Für die weichen Gelenke und Bänder im Körper nach der Geburt kann das zum Problem werden. Und auch für die Gebärmutter und den Beckenboden ist das schon ähnlich wie beim Joggen.

Ich rate einfach zu ein bißchen Vorsicht, weil das doch schon recht anstrengend für die Muskulatur ist. Und vor allem sind die Gebärmutter, die Bänder, die Gelenke, der Beckenboden und das Becken noch instabil im ersten Jahr. Und je mehr Geburten, desto weicher und belasteter ist das Becken-Bauch-System natürlich.

 

Natürlich vertragen es viele gut.

Aber wie bei allen Sportarten, die einen "high impact" machen, können die Auswirkungen auch erst später kommen.

Was sich bei wem wie äußert, kann man natürlich nie voraussagen.

Ich würde es nur nicht raten, wenn mich jemand explizit danach fragt.

Vom Rückbildungsstandpunkt aus gesehen ist es nicht die beste Sportart für nach der Geburt.

Das ist Joggen auch nicht und trotzdem tun es viele (und wundern sich, warum sie Knieschmerzen haben)

Tatsächlich und trotzdem ist es aber auch oft so, dass man manchmal die Zusammenhänge von Symptomen bzw. Ursache und Wirkung nicht immer ganz sieht. Es gibt ja noch andere Sachen als Inkontinenz und Rückenschmerzen.

Zum Beispiel Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Handgelenk- und Fußgelenkschmerzen, Karpaltunnel-Syndrom, Knieschmerzen.

Aber am Ende muß, wie immer, jeder selber entscheiden, was er sich wagt oder was er eventuell in Kauf nimmt.

Und wie gesagt, es verträgt sicher auch jeder Dinge anders, weil eben jeder anders ist.

Das ist mit Heben und Tragen sicher auch nicht anders, aber als "Gesundheitstherapeuten" (Physios, Hebammen, Trainer) müssen wir das zumindest erwähnen.

Denn trotz allem haben 50% aller Frauen, die geboren haben, im Laufe ihres Lebens eine Senkung der Beckenorgane. Und man könnte echt viel davon verhindern, wenn man nur ein kleines bißchen vorsichtiger wäre.

 

Ein Pferd ist ja aber auch nicht nur ein "Trainingsgegenstand" oder Nutztier. Finde ich. 

Man kann ganz wunderbar in der Zeit, in der man nicht so ausgiebig reitet, mit seinem Liebling auf ganz andere Weise Spaß haben.

Mal nichts von ihm wollen und einfach Zeit verbringen. Seine Atemübungen machen, die auch für die Rückbildung so wichtig sind. Abschalten. Innere Ruhe finden. Mit ihm spazieren gehen. Sich auf die Koppel setzen und einfach nur mal abhängen. Kucken, was passiert. Beobachten. Was braucht mein Pferd? Vielleicht kommt man sich ja auch näher und lernt sich besser kennen ;)

 

 

 


Hi, ich bin die Nicole. Ich bin seit 25 Jahren Physiotherapeutin und hab viele Jahre auf der Wochenstation und auf der gynäkologischen Station in der Frauenklinik gearbeitet. Von mir bekommst Du Informationen zum "Thema" aus erster Hand. 

Rückbildung vom ersten Tag an, im Rückbildungskurs, in der Praxis mit Patienten und leider auch oft die Spätfolgen von Beckenbodenschwächen (und was es sonst noch alles geben kann)  in der operativen Gynäkologie, kenne ich in und auswendig. 

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