Rückbildung - Wege aus der Apokalypse

 

 

 

Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Schon gar nicht, wenn man den Schritt in Richtung Familienplanung gemacht hat.

Vieles, wenn nicht das meiste, kommt anders als man denkt.

Viele erwachen aus einer Unbeschwertheit und werden direkt in die tiefsten Abgründe katapultiert,

Manche gleich vom ersten Tag an, andere erst nach einiger Zeit, wenn sich der nachgeburtliche Zustand einfach überhaupt nicht verbessern mag und man einfach nicht zurück zu sich selbst findet.

 

"Apocalypse Now", so hieß mal ein Film von Francis Ford Coppola. Ein Film über den Vietnam Krieg. 

Wie so ziemlich alle Kriegsfilme, möchte man die nicht ein zweites Mal sehen, wenn man beim ersten mal schon total mitgenommen selber am Rande des emotionalen Abgrundes stand. Wenn auch nur als Zuschauer.

 

Rückbildung scheint da oft nicht anders zu sein.

Eine sehr langer, oft beschwerlicher und schmerzvoller "Krieg" gegen etwas, das man nicht kennt. 

Eine lange Reise mit ungewissem Ausgang, gegen einen Feind, von dem man bisher keine Ahnung hatte, der sich aus dem Hinterhalt anschleicht.

Die Waffen, die einem gegeben werden, oft nutzlos, schädlich, wenn nicht sogar giftig für einen selbst.

Im schlimmsten Fall eine Selbstschußanlage oder ein Trojanisches Pferd.

Es wird mobil gemacht mit allem, das man findet und dann wird bombardiert. Einfach drauf los.

Damit das Übel so schnell wie möglich ausgemerzt wird.

Die offiziellen Berater, die es ja wissen sollten, plädieren für einen "Blitzkrieg".

Sechs Wochen. Aber bloß nicht länger als sechs Monate. Dann muß alles vorbei sein.

Wenn nicht.... Napalm. 

 

Kriegsgebiet ist aber nicht Vietnam, Afghanistan oder der Irak. Nein.

Kriegsgebiet: Der Körper einer Frau. Einer frischen Mutter!

 

Was uns die Geschichte aller Kriege eigentlich gelehrt haben sollte ist, dass die meisten Kriege JAHRE dauern.

Die Verluste auf allen Seiten sind enorm, die Zahl der Toten immens, die posttraumatischen Streßsyndrome schwer therapierbar und die Reparationsphasen unendlich lang und teuer.

Gewaltfreie Kommunikation als Lösungskonzept ist fremd.

 

"Liebe Deinen Nächsten 'wie Dich selbst' " verwandelt sich in ein "Bekämpfe dich selbst, bis du am Boden liegst". 

 

Nur, wer geht aus diesem Krieg als Gewinner hervor? 

Wer ist es überhaupt, der da mit wem kämpft?

 

Die inneren Kämpfe gleichen sich bei den meisten Frauen, währen im Außen natürlich jede Mutter oder Frau mit anderen Umständen und Geschehnissen zurecht kommen muß. Jeder Lebensentwurf ist ja individuell verschieden.

 

Natürlich gibt es Frauen, die haben "nichts", aber um die geht es ja nicht und sich zu vergleichen ist der erste Schritt ins Unglück.

 

Jede Frau erlebt eine andere Geschichte nach der Schwangerschaft. Jede der Betroffenen, die in einem tiefen Tief landen, machen andere Schwierigkeiten durch. 

Manche körperlich, andere psychisch, die meisten auf beiden Ebenen. Auf das eine folgt meistens das andere. Viele versinken im schwarzen Loch und geben die Hoffnung auf, dass sie sich jemals selbst wieder erkennen.

 

Ich möchte heute gar nicht so wirklich über einzelne Krankheitsbilder sprechen wie Inkontinenzen, Beckenbodenschwächen, Gebärmuttersenkungen oder Rektusdiastasen, sondern über den inneren Kampf und Krieg, der stattfindet, egal, was es an äußeren Symptomen gibt. Denn die sind ja bei allen anders.

Es soll ja kein Wettkampf sein nach dem Motto "aber mein Symptom ist doch viel schlimmer als deins, warum regst du dich denn auf?"

Das möchte ich unbedingt betonen.

Jeder Mensch erlebt sein Leben und das, was für ihn ein tiefes Tal ist, anders. Und niemand braucht dafür eine "Berechtigung" von anderen.

Bitte respektiere Leid und Schmerzen, auch die psychischen, bei anderen genauso wie bei Dir selbst.

Du weißt nie, was im Inneren der anderen wirklich los ist und was sie durchgemacht hat.

 

Wenn die inneren oder äußeren Antreiber und Dämonen, die "War Lords", Überhand gewinnen, ist nicht gut Kirschen essen. Sie können einem das Leben zur Hölle machen. Bei jedem auf seine Weise.

Bei jedem in anderer äußerlicher Manifestation. Damit meine ich, dass das was im Inneren abgeht, oft auf eine ganz andere Weise im Äußeren kompensiert wird.

Perfektionismus, Lethargie, Hyperaktivität, Eheprobleme, Gereiztheit, Aggression, nicht mehr essen, zu viel essen, Fitness Wahn, Besessenheit mit irgend etwas, zwanghafte Fröhlichkeit.

Manchmal kaschieren wir alle unser Unwohlsein mit etwas, das gar nicht zu uns passt oder für andere auf einmal sehr künstlich, befremdlich oder aufgesetzt erscheint, ohne dass wir das merken.

Was im Inneren los ist, weiß man manchmal selbst nicht.

 

Manche Frauen erleben auch ein komplettes Mutter Burnout. Dann kann man gar nichts mehr kompensieren und bleibt in seiner rohen Verletzlichkeit einfach wie innerlich offen liegen. 

Das braucht sehr viel Zeit zum heilen. 

Dann sind es nicht mehr nur Geburt und Überreste des Schwangerschaftskörpers mit Symptomen, dann kommen zusätzlich die Belastungen dieser sehr anstrengenden Zeit dazu, die einen so sehr auszehren, dass man erst wieder über einen langen Zeitraum hinweg mühsam die eigenen Ressourcen und Fässer auffüllen muß.

 

In einer kleinen Miniserie möchte ich ein paar "Heldinnen der Rückbildung" vorstellen.

Keine ist alleine. Es gibt so viele "Kriegsgeschichten" und sie ähneln sich alle.

Heute die Geschichte von Tatjana. Ich hoffe sie macht ein bißchen Mut und Hoffnung. 

 

 

Tatjanas Geschichte

 

Ich möchte euch die Geschichte von Tatjana und ihrem Rückbildungskrieg erzählen, der fast drei Jahre gedauert hat.

Tatjana ist eine von euch. Ihre Geschichte ist ähnlich wie die von vielen frischen Müttern. 

Tatjana ist Mutter von zwei Kindern. Das jüngste ist jetzt drei Jahre alt. Sie ist selbstständige Schmuckdesignerin und wie die meisten Selbstständigen, arbeitet Tatjana Tag und Nacht.

Dabei hat sie noch ihre zwei Kinder zu versorgen, einen Haushalt zu erledigen und natürlich auch noch eine Ehe zu führen. 

Und wie viele von euch, hat Tatjana lange Zeit einen harten Krieg mit sich selbst geführt. 

Als strahlende Heldin im Monokini (das Äquivalent zu einem Bikini nur anders) hat sie inzwischen, nach einem langen, holprigen Weg, das tiefe Tal ihrer Rückbildungsreise hinter sich gelassen und ist inzwischen glückliche Besitzerin eines Bauches und Körpers, auf den sie stolz ist und auch sein kann.

 

Aber wie jede Heldenreise hat auch ihre Reise nicht mit dem Sieg und Held-Sein begonnen, sondern mit Verwirrung, Hilflosigkeit und körperlicher Schwäche und Symptomen, eben genau so, wie bei ganz vielen von Euch auch. 

Alle Helden entwickeln sich erst auf der Reise zum Helden. Sie fangen alle ganz am Anfang an.

 

Tatjana hat mir eine lange Email geschrieben und mir erlaubt, ihre Geschichte zu teilen, um anderen Mut zu machen und nicht aufzugeben, auch wenn es lange dauert.

Sie schreibt: 

 

"Zuerst hat es lange gedauert, bis ich überhaupt wußte, was mit meinem Bauch nicht stimmt. Alle Ärzte haben mich einfach als eine Frau abgestempelt, die nur an ihre Schönheit denkt.

Nach dem Motto: Was will man denn überhaupt nach zwei Kindern, die auch noch per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind?

Erst zwei Jahre nach der Geburt meines zweiten Kindes habe ich erfahren, dass ich eine Rektusdiastase habe. Und das auch nicht etwa von einem Arzt oder anderem "Fachpersonal", sondern aus dem Internet. Es wußte dann auch kein Arzt oder Physiotherapeut, was er damit anfangen sollte. Traurig, aber wahr.

Ich habe dann im Internet viel recherchiert und von dort einfach ganz viele und ganz fleißig Übungen gemacht. In jedem Video im Internet wurde immer gesagt, dass es nach einem halben Jahr oder Jahr weg ist. Das hat mich natürlich voll motiviert und es hat auch kurzfristig geholfen den Spalt zu verkleinern. Nach einiger Zeit hatte ich oben nur noch 1 cm Lücke, aber die Mitte wurde trotzdem nicht besser. Da waren es immer noch 5 cm!

Ich habe zuerst gedacht, wofür Geld bezahlen, wenn man so viele Videos im Internet umsonst anschauen kann.

Nach einem Jahr war es immer noch nicht so, wie überall gesagt wurde.

Irgendwann war ich so deprimiert, enttäuscht und dann natürlich auch unmotiviert, weil nichts, was ich getan habe, irgendwas verbessert hat, so dass ich ganz aufgehört habe, Übungen zu machen. Bringt doch eh nichts. Hab ich gedacht. Ich habe den Sinn von Übungen nicht mehr gesehen.

Für einige Zeit hab ich gar nichts mehr gemacht.

Es hat mir aber dann doch keine Ruhe gelassen. So schnell gebe ich nicht auf.

 

Ich war im Sommer im Krankenhaus. Dort haben sie gesagt, ich bräuchte keine OP.

Was ich aber machen sollte, wußten sie auch nicht. Haben nur den Rat gegeben aufzupassen, weil sich sonst Organe einklemmen könnten. Tolle Aussicht.

Ich war so genervt und enttäuscht, wie schon so oft nach der Geburt meiner Tochter.

Die Frage, warum die Hebammen das nicht sehen, oder die Ärzte, hat mich auch nicht in Ruhe gelassen.

Dann wurde ich auch noch gefragt, ob ich wieder schwanger sei. 

Ich war am Boden zerstört und wußte nicht mehr weiter. Ich konnte nicht mehr.

Meine Bauchprobleme und die Unzufriedenheit mit meinem Körper haben auch immer wieder Eheprobleme verursacht. Es war nicht einfach sie zu lösen und aus dem schwarzen Loch rauszukommen. Hat aber geklappt und wir sind glücklich darüber. Viele andere haben auch Probleme in der Ehe, wegen der eigenen Unzufriedenheit.

 

Irgendwann kam ich auf die Idee nach Physiotherapeuten zu suchen, die sich mit Rektusdiastasen auskennen und habe so deine Webseite gefunden.

Dann hab ich angefangen zu lesen, was Du über Rektusdiastasen schreibst und dass man sie eventuell gar nicht schließen muß, sondern dass es auch noch auf viele andere Sachen ankommt. Ich habe so viele Informationen und Tipps bei dir gefunden, die ich noch nirgend wo gelesen habe. Und ich habe sehr viel darüber gelesen.

Also hab ich mich entschlossen, deinen Onlinekurs zu buchen als letzte Chance für mich. 

Ich habe mir gedacht, man gibt so viel Geld aus für unnötige Sachen, dabei ist Gesundheit das Wichtigste und daran sollte man nicht sparen.

 

Alles mußte passieren. Alle Tiefen und Höhen hab ich durchgemacht, bis ich deine Webseite und deinen Kurs gefunden habe. Aber dieser stoppelige Weg hat mich stärker gemacht und umso mehr bin ich stolz auf die Ergebnisse.

 

Inzwischen, drei Jahre nach der zweiten Geburt, geht es mir in jeglicher Hinsicht viel viel besser. Physisch und psychisch.  Ich mag meinen Bauch mittlerweile. Ich fühle mich viel besser, da ich jetzt weiß, alles liegt in meinen Händen, auch die Form meines Bauchs und die Stabilität des ganzen Körpers. Ich mache jeden Tag Übungen. Auch auf der Vibrationsplatte und auch andere im Liegen.

Ich ziehe immer den Bauch ein und versuche anzuspannen im Alltag.

 

Ich habe früher weitere Klamotten angezogen, um den Bauch zu kaschieren. Jetzt kaufe ich mir enganliegende Sachen. So motiviere ich mich in Form zu bleiben, weiter fleißig Übungen zu machen und mich gesund zu ernähren.

Ich stelle mich auch nur noch vor den Spiegel, wenn ich den Bauch einziehe. Dann habe ich ein positives Erlebnis. Ich muß ihn nicht mehr raushängen lassen und mir dann vielleicht noch sagen wie schrecklich das aussieht.

Ich vermeide Lebensmittel, die mir Blähungen machen  und esse inzwischen auch kleinere, verdaubarere Portionen. Ich merke auch, dass wenn ich kleinere Portionen esse und mein Bauch nicht so voll ist, ich meinen Bauch besser anspannen kann.

Ich kaufe mir jetzt sehr schöne Unterwäsche und Dessous, die viel kaschieren und trotzdem dabei sehr sexy aussehen. Die gibt es.

Ich verstecke mich nicht. Auch nicht am Strand. Ein normaler Badeanzug kam nicht für mich in Frage, aber im Bikini fühle ich mich auch nicht ganz wohl, da ich nach der Bauchnabelbruch-OP keinen schönen Bauchnabel mehr habe. Ich habe sehr lange im Internet gesucht und bin auf den Monikini gestoßen. Die sehen toll aus, verdecken meinen Bauchnabel und sind dabei richtig sexy.

Viele drehen sich um, wenn ich am Strand oder am Pool bin. Und vor einem halben Jahr konnte ich meinen Bauch noch nicht ausstehen.

 

Ich habe fast drei Jahre nach der Geburt meines zweiten Kindes gebraucht, um wieder in Form zu kommen und mein Selbstbewußtsein wieder aufzubauen.

 

Inzwischen bekomme ich auch so viel Aufmerksamkeit von Männern, wie ich das noch nie zuvor erlebt habe. Auch nicht vor der Geburt meiner Kinder, als ich meiner Meinung nach, den perfekten Bauch hatte.

Als ich letztens im Urlaub war, hab ich mich im Monokini fotografieren lassen.

Natürlich hab ich dabei den Bauch eingezogen und die Brust raus usw. Die Models machen das ja auch nicht anders. Es sind so schöne Fotos entstanden.

 

Auch mein ganzes Denken hat sich inzwischen verändert.

Heute bin ich nicht mehr deprimiert, wenn ich mal einen körperlichen Rückschritt habe, wenn meine Muskeln wieder schlapper werden, weil ich durch zu viel arbeiten zu nichts komme, schon gar nicht zum Üben. Ich weiß jetzt, dass ich es auch wieder hinkriegen kann, wenn ich etwas dafür tue.

Ich weiß jetzt auch, dass es nicht so ist wie immer im Internet beworben, dass du ein halbes Jahr ein paar Übungen machst und dann ist das "Loch im Bauch zu" und man hat einen flachen Bauch für immer.

Jetzt weiß ich, dass ich für einen ewig flachen Bauch auch ewig trainieren und hart arbeiten muß.

Auch für körperliche Stabilität werde ich immer was tun müssen.

Ich habe auch aufgehört ständig meinen Spalt im Bauch zu tasten.

Daran hab ich meine Erfolge und Mißerfolge gemessen. Das hat mich nur deprimiert, wenn  es nicht vorwärts ging. Seit ich deine Seite gelesen habe, tue ich das nicht mehr. (Anmerkung von Nicole: Eine Lücke muß nicht zu sein, um stabil zu sein).

 

Es gibt so viele schlimmere Sachen als meine Probleme und man kann immer selber was dagegen tun. Viele andere haben diese Möglichkeit gar nicht.

Ich habe zwei tolle, lebhafte Kinder, die gesund sind. 

 

Wichtig ist das Selbstbewußtsein und das, was man im Herzen hat. Dann hat man eine ganz andere Ausstrahlung. Und dann fühlen sich die Menschen auch zu einem hingezogen.

Nicht, weil man einen flachen Bauch hat.

 

Um mehr Selbstbewußtsein zu bekommen, hat mir sehr geholfen Sport (in Maßen natürlich) und Übungen zu machen, gesunde Ernährung, schöne Anziehsachen und ein bißchen Schminke.

Duch mein größeres Selbstbewußtsein und die positive Energie läuft auch mein Geschäft viel besser.

Zuhause mit den Kindern ist es oft recht schwierig sich zu organisieren und zu motivieren etwas für seinen Körper zu tun.

Deswegen rate ich allen Mamas, geht raus, macht was für euch. Etwas, das ihr liebt.

Nehmt euch Zeit für euch. Pflegt euch. Geht wieder arbeiten. Wenigstens für ein paar Stunden. Das bringt euch auf andere Gedanken.

 

Wenn es uns als Mamas gut geht, geht es auch der Familie gut. Und der Ehe natürlich auch.

Dieses Jahr habe ich das erste Mal alleine ohne meine Familie eine Woche Urlaub gemacht.

Nur für mich sein, mir Zeit zu nehmen um nachzudenken, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken. Das war so schön.

Die Fotos im Bikini hab ich mit Fotos von vor 16 Jahren verglichen. Ich gefalle mir jetzt besser als damals und das finde ich toll. Ich liebe mich so wie ich bin und vor einem halben Jahr konnte ich meinen Bauch nicht mal ansehen und habe mir so eine gefährliche OP gewünscht. 

 

Viele Menschen um mich herum, inklusive mein Mann, haben meine Veränderung, was meinen Körper und Geist angeht, bemerkt und finden es toll.

Alles passiert zum Besseren. Ich bin davon überzeugt.

 

 

Tatjana mit "Bauch".

2 Jahre nach der zweiten Geburt.

 

Tatjana im Monokini :) super sexy!

3 Jahre nach der zweiten Geburt.

 


 

Vielen vielen Dank liebe Tatjana, für Deinen Mut Dich hier so zu zeigen, und dass Du Deine Geschichte mit uns geteilt hast. Die Bilder sind der Hammer. So etwas öffentlich zu teilen mit Bildern ist überhaupt nicht selbstverständlich. Ich hoffe, dass viele andere Mamas dadurch wieder mehr Mut, Hoffnung und Motivation bekommen ihrem Körper auch die Zeit zu lassen, die er braucht. Und dran zu bleiben mit Übungen, Ernährung und Selbstfürsorge.

Drei Jahre Kampf und Krieg sind echt genug :) ! 

 

 

Keine von euch da draußen ist alleine. Es gibt Hilfe und es gibt Adressen.

Anfangs fehlt es oft an einem Plan und einer Vorgehensweise. Man weiß ja nicht, nach was man suchen soll.

Das Falscheste ist es aber, einen Krieg mit sich selbst anzufangen. Sich zu trietzen und anzutreiben.

Der Postbaby Körper hat das nicht verdient. Und die Seele auch nicht.

Es gibt im Prinzip keinen Grund sich zu hetzen. Die ganze Rückbildung ist keine Sache von sechs Wochen. Beileibe nicht. Alles in allem kann man mal mit 2-3 Jahren rechnen, bis sich alles wieder normalisiert hat.

Kommen schwerwiegende körperliche und psychische Verletzungen hinzu oder vielleicht sogar ein richtig gehendes Geburtstrauma, kann eine Verarbeitung des Ganzen sicher auch länger dauern. 

Nicht selten, so habe ich das erlebt,  wird hier die eigentliche innere Verletzung auf den Körper projiziert und dort rigoros bekämpft, weil frau sehr oft von offizieller Stelle beschwichtigt wird und hört, dass das ja "alles nicht so schlimm ist" und "sie sich nicht so anstellen soll", anstatt dass psychotherapeutische Hilfe zur Traumaverarbeitung in Betracht gezogen wird.

Wobei manchmal natürlich auch die Ursache des körperlichen Problems gar nicht mit dem, was erlebt wurde, in Verbindung gebracht wird, weil es so tief vergraben wurde, dass als einzige "Kriegsstelle" der Körper bleibt. 

Reflexion und das Auseinandersetzten mit sich selbst ist manchmal leider sehr schmerzhaft. Aber unumgänglich und der erste Schritt zur Heilung.

Eine erste Anlaufstelle könnte diese Seite hier sein: Schatten & Licht e.V.

 

Es gibt sie, die Hilfe, es gibt Therapeuten, Psycho- so wie Physio, es gibt Beckenbodenzentren und Gott sei Dank immer mehr gut ausgebildete Fachleute.

 

Suchen muß man sie aber meistens schon selbst, die richtigen Therpeuten. Die, die auch zu einem passen und die einen nicht noch mehr runterziehen.

Initiative ergreifen muß man immer selbst.

Auch, wenn man erwartet, dass das andere für einen tun müßten. Das System funktioniert so leider nicht. Egal wie man es dreht oder wendet.

Das Problem lösen müssen wir selbst. Egal ob fremd- oder selbstverschuldet. Es wird niemand die Schuld übernehmen. Das wünschen wir uns alle, weil wir denken es würde das Ganze erträglicher machen. Das wird aber höchstwahrscheinlich nicht passieren. 

 

Genauso wenig gesund ist es, ständig auf sich selbst einzuschlagen und sich die Schuld für etwas zu geben, das außerhalb der eigenen Kontrolle lag.

Hätte ich doch, wäre ich doch, warum hab ich nicht..... die Ärzte sind Schuld, die Hebammen sind Schuld, die Klinik ist Schuld und keiner kennst sich aus. 

So gut das tut und so hilfreich es ist, die Wut lauthals rauszuschreien und das zu betrauern, was war und was ist, irgendwann muß man sich auch erlauben, nach vorne zu schauen und einen Plan zu schmieden, wie es denn nun weiter geht und was getan werden muß. Sonst bleibt man im Morast stecken. Egal wer Schuld oder nicht hat. Egal wie schlimm die Symptome sind.

Loslassen und nach vorne schauen. Plan zur Veränderung machen. Leere Energiefässer auffüllen. Ablenken.

 

Wie bei allen Heldengeschichten wird der Heldin die Lösung selten auf einem Tablett präsentiert.

Sie muß danach suchen, sie muß ihre Grenzen überwinden, ihre Dämonen und Ängste konfrontieren, Schwellen überschreiten und bereit sein, das Alte hinter sich zu lassen, neue Denkweisen und Verhaltensweisen zu entwickeln, sich zu verändern und sich zu entwickeln mit den Aufgaben, die ihr gestellt werden. Auch, wenn es Aufgaben sind, die sie sich niemals selbst ausgesucht hätte.

Das Leben macht einem manchmal einfach einen Strich durch die Rechnung. Nicht als "Bestrafung", sondern, weil Dinge einfach passieren. Und manchmal passiert auch einfach nur großer Mist.

 

Unsere Heldin wird Helfer und Verbündete treffen, aber auch auf Trickster reinfallen und ihre Lehren daraus ziehen.

Am Ende wird sie nicht mehr der selbe Mensch sein wie vorher.

Sie wird stärker sein und erfahrener, mit einem Horizont, den sie vorher nicht hatte.

Vielleicht sogar empathischer mit anderen aufgrund des eigenen Leids.

Wir entwickeln uns alle nur im Angesicht von Widrigkeiten weiter. So schrecklich das klingt :) 

Wenn man mitten drin steckt in der Katastrophe und im dunklen, schwarzen Loch, ist das Ende gar nicht vorstellbar. Alle guten Ratschläge klingen hohl und wie Kalendersprüche.

Ratschläge sollte man sowieso ausschließlich von Leuten annehmen, die den selben oder einen ähnlichen Weg schon gegangen sind oder die zumindest verständnisvoll und unterstützend genug sind, damit sie einem nicht noch mehr Wunden zufügen.

 

Aber es wird irgendwann besser werden. Das ist die Regel aller Dinge, wenn man durchhält und nicht aufgibt. Egal wie, es wird sich was verändern mit der Zeit. Denn sie heilt wirklich viele Wunden.

 

Man muß mit allen Mitteln versuchen, die Hoffnung nicht aufzugeben, sich selbst zu inspirieren und sich an Menschen zu orientieren, die es schon hinter sich haben, die es aus der Misere geschafft haben. Nicht an denen, die "nichts" haben. Oder angeblich nichts haben.

Biographien von starken Frauen lesen oder deren Filme kucken.

Für ein bißchen Inspiration, finde ich, ist es ab und zu sehr beruhigend sich die Disney Filme mit den Heldinnen wie Vaiana, Merida oder Mulan anzuschauen. Das tut immer gut. Oder Filme über Menschen, die durch die Widrigkeiten des Lebens stärker geworden sind (wie zum Beispiel einer meiner Lieblingsfilme Soul Surfer).

Ein paar Buchempfehlungen habe ich unten am Ende des Artikels.

Auch, wenn das sehr banal klingen mag, im Kleinen hilft das schon auch.

Und es sind ganz oft die kleinen Dinge im Alltag, die es einem in der jeweiligen Lebenssituation erträglicher machen, abgesehen von der tatsächlichen Physio- oder Psychotherapie, die ja vom Zeitaufwand her den allergeringsten Anteil des Alltags einnehmen.

 

Lerne deinen Körper kennen und behandle ihn nicht wie einen Feind.

Schließ Frieden oder zumindest Waffenstillstand. Alles andere stresst zusätzlich viel zu sehr und kostet Energie, die man nicht hat.

Ergib dich. Ganz einfach so. Hadere nicht weiter und nimm die Situation an. 

Kämpfe für deine Gesundheit, aber nicht gegen dich selbst.

Versuch dir selbst auf die Schliche zu kommen. Deinen inneren Automatismen. Vielleicht mit Unterstützung eine Psychologin.

Versuche die innerliche Kriegsursachen zu beseitigen. Schick die kleinen und großen Teufelchen in die Wüste.

 

Mach einen Plan!

Informiere dich.

Maßnahmen, die zu ergreifen sind.

Arztbesuche, die zu absolvieren sind.

Termine, die auszumachen sind.

Dinge, die du angehen mußt.

Ernähre dich gut.

Schlafe so viel es geht.

Geh an die Luft.

Bewege dich. Mach Übungen.

Hab Spaß.

Hör Musik und geh ins Konzert oder Theater.

Buche Dir Massagen.

Geh zur Kosmetik.

Raus aus dem Kriegsgebiet.

Gehe mit dir selbst gewaltfrei um. Innerlich und äußerlich. (Rigoroses Fitness Training und der eigene innere Psychoterror sind auch eine Art Gewalt und Mißbrauch am eigenen Körper!)

 

Die einzige Frage, die bleibt ist die: Bist DU bereit dein Schicksal in deine eigenen Hände zu nehmen und alles dafür zu tun, dass es dir besser geht? Ich meine, wirklich und wahrhaftig besser.

Nicht in Form von Selbstkasteiung, Hungerkünsten und Schuldzuweisungen?

Sondern von Veränderung, Anpassung an Neues und Annehmen der Herausforderung?

 

Wenn du dich entschließt, dein Leben in die eigene Hand zu nehmen, unterliegt es deiner Verantwortung. Was auch immer dann passiert, es ist "deine Schuld". Im metaphorischen und praktischen Sinne.

Wenn du dich dagegen entscheidest, wird es ewig die "Schuld" eines anderen sein. Das mag einfacher erscheinen, hält dich aber fest in der Geschichte. Und es wird nicht vorwärts gehen.

Die Verantwortung für die Zukunft selbst zu übernehmen ist manchmal ein sehr großer Schritt.

Doch er ist der Wichtigste, den man überhaupt geht.

 

Du kannst die Geschichte in deinem Kopf umschreiben. Und zwar so, dass dir das Ende gefällt, mit einer Handlung, die dich nicht ins Minenfeld von Kambodscha versetzt, sondern die dich wirklich weiter bringt!

 

You are the Hero of your own story!

 

Du schaffst das!

 

Ich bin da völlig zuversichtlich.

 

 

 

Buchempfehlungen:

 

"Gewaltfreie Kommunikation" von Marshall B. Rosenberg

 

"Verletzlichkeit macht stark" von Brené Brown

 

"Die Gaben der Unvollkommenheit" von Brené Brown

 

"The Gifts of Imperfect Parenting" von Brené Brown


Hi, ich bin die Nicole. Ich bin seit 25 Jahren Physiotherapeutin und hab viele Jahre auf der Wochenstation und auf der gynäkologischen Station in der Frauenklinik gearbeitet. Von mir bekommst Du Informationen zum "Thema" aus erster Hand. 

Rückbildung vom ersten Tag an, im Rückbildungskurs, in der Praxis mit Patienten und leider auch oft die Spätfolgen von Beckenbodenschwächen (und was es sonst noch alles geben kann)  in der operativen Gynäkologie, kenne ich in und auswendig. 

Bei mir bist Du richtig, wenn Du reale medizinische Informationen zum Thema Rückbildung und Frauengesundheit suchst. Mehr über mich findest Du hier.


Rückbildung mit Rektusdiastase Onlinekurs

 

Wer sich weiter und tiefer mit dem Thema auseinandersetzen möchte, wird hier fündig:

Rückbildung mit Rektusdiastase.

Auch, wenn es "nur" online ist, gibt doch sehr viele Möglichkeiten, sich schon sofort gezielt selbst zu helfen und sich gut zu informieren. 

Mit den wichtigsten Informationen und den dazu gehörigen must-do Übungsvideos, kannst Du Dich noch heute auf den Weg machen, stabiler zu werden und wieder mehr Zutrauen in Dich und Deinen Körper zu bekommen.

Wenn man weiß, mit was man es zu tun hat, ist es viel leichter. Man tappt nicht mehr im Dunkeln und fragt sich nicht ständig, was los ist. Du bekommst Antworten und die gezielten Übungen für Dein Problem.

 

Alle Übungen sind rektusdiastasensicher und rückbildungsgerecht. Sie sind physiotherapeutisch, funktionell und auf dem neuesten, modernen Stand. Ohne Situps, Crunches, Planks oder

schräge-Bauchmuskel- Training.

 

Informiere dich auch hier weiter:


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